Neuigkeiten und Presseberichte

Bunter Schall als Widerhall
unterstützt Kamenzer und
Radebeuler Gegendemonstranten
(3.11.2012)

am Freitag (2.11.2012) beteiligten sich acht Mitglieder vom Bunten Schall mit vielen Plakaten der Initiative und von ´Augen auf´ in Kamenz und Radebeul, um die Aktiven vor Ort, die sich gegen die NPD Kundgebungen aufreihten,  zu unterstützen.

 

In Kamenz begann die Kundgebung der NPD wie geplant gegen 14 Uhr. Circa 25 NPD Polittouristen, die sich vor dem Asylbewerberheim, neben dem NPD Kundgebungs-LKW postierten, schauten auf über 200 Gegendemonstranten, die ein buntes Fahnen- und Plakatmeer auf der anderen Seite der Hans Grade Straße initiiert hatten. Mit viel Musik und erstaunlich laut schallenden Pfeiffen und Tröten wurde nicht nur der Verkehr, sondern erfolgreich die Reden der NPD Sprecher übertönt. Ich kann nur sagen: Es war eine sehr erfolgreiche Gegendemonstration in Kamenz und die Unterstützung der NPD ist in Kamenz zusammengefasst 25 verlorene Seelen stark gewesen.

 

Mit der Überschrift „Asylbewerber sind in Kamenz willkommen“ gibt das Bündnis für Toleranz und Humanität Kamenz am Montag seine öffentliche Berichterstattung heraus und betont darin nochmals, dass Menschen verschiedenster Gruppierungen, Organisationen und Vereine aus Pulsnitz, Hoyerswerda, Bautzen Bernsdorf, Görlitz und auch einige ausländische Bewohner des Heimes, sich beteiligt und das Bündnis der Stadt unterstützt haben.

 

KURZ entschlossen FUHREN der BUNTE SCHALL und AUGEN AUF um halb vier weiter nach RADEBEUL. Wie angekündigt sollte die nächste Kundgebung der NPD gegen 17 Uhr in Radebeul vor dem Asylbewerberheim starten.

Da der NPD Konvoi auf der A4 laut der Dresdner Neuesten Nachrichten (2.11.2012) gestoppt wurde, verzögerte sich der Beginn der Sprecherschar mit Holger Apfel um eine Stunde. Vorteilhaft war der unbeleuchtete Kundgebungsort: Der NPD Kundgebungs-LKW, die NPD Polittouristen, ihre „Stars“ sowie die mitgebrachten Flaggen blieben im Dunkeln.

Die Organisatoren in Radebeul zählten über 350 Gegendemonstranten, die alle unsere Plakate mit trugen!

 

Ich denke, gestern haben wir erfolgreich Unterstützungs-Aktionen mit unserer Initiative und vorhandenem Material geleistet. Ganz lieben Dank an Alle, die sich beteiligt haben!!

So & dann wünsche ich uns am kommenden Freitag (9.11.2012) einen der zwei Hauptpreise bei der Verleihung des Sächsischen Demokratiepreises!

  • Bunter Schall als Widerhall unterstützt Kamenzer und Radebeuler Gegendemonstranten
  • Bunter Schall als Widerhall unterstützt Kamenzer und Radebeuler Gegendemonstranten
  • Bunter Schall als Widerhall unterstützt Kamenzer und Radebeuler Gegendemonstranten
  • Bunter Schall als Widerhall unterstützt Kamenzer und Radebeuler Gegendemonstranten
  • Bunter Schall
  • Bunter Schall
  • Bunter Schall

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Wir sind wieder für den Sächsischen Förderpreis für Demokratie nominiert! (17.10.2012)

Stolz können wir bekannt geben, dass wir als Initiative für den Demokratiepreis, der durch die Amadeu Antonio Stiftung, die Freudenberg Stiftung und die Sebastian Cobler Stiftung vergeben wird, wieder nominiert sind.
(Schon letztes Jahr gewannen wir einen der Anerkennungspreise, die mit jeweils 1.000 EUR dotiert waren.)

Die Preisverleihung findet am 9. November 2012 im Festsaal des Kurländer Palais in Dresden statt.

Dieses Jahr werden zwei Hauptpreise von je 5.000 EUR und acht Anerkennungspreise von je 1.000 EUR für "mutiges Engagement von Initiativen und Projekten in Sachsen, die sich für die Stärkung der demokratischen Kultur und der Menschenrechte und/ oder gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus einsetzen" (aus der Einladung zur Preisverleihung), vergeben.

Wir fahren hin und holen uns den 2. Preis im 2. Jahr unserer Aktivitäten ab!
Es lebe "In der Lausitz nur bunte Gäste!"

DIREKTLINK zu den 9 weiteren Nominierten für den Sächsischen Förderpreis für Demokratie -->

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UNBEDINGT EINPLANEN:

11.8.2012 BUNTER SCHALL ALS WIDERHALL
In der Lausitz nur bunte Gäste -
Familienfest in Kollm ab 12 Uhr mit pralle vollem Programm!


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Donnerstag, 2. August 2012
(Sächsische Zeitung)

Party gegen Rechts am Stausee

Von Wulf Stibenz

Die Initiative „Bunter Schall als Widerhall“, die sich als Gegenaktion zum Fest der NPD am Stausee Quitzdorf etabliert hat, feiert hier 2012 ohne rechten Anlass. 

Kollm. Es soll ein Familienfest mit Bands, Spielmobil und Gesprächen zu Toleranz und Menschenwürde werden. Das haben jetzt die Organisatoren der Initiative „Bunter Schall als Widerhall“ betont. Sie führen am 11. August das zweite Familienfest am Stausee Quitzdorf durch, welches im vergangenen Jahr als Gegenaktion zum Pressefest der NPD ins Leben gerufen wurde.

Dass es diesmal auf auf dem Gelände der Feriengesellschaft Kollm stattfinden kann, freut Mitorganisator Sven Kaseler vom Verein Augen auf. Denn die Feriengesellschaft – wo das Fest stattfindet – gehört dem Landkreis Görlitz. Kreissprecherin Gerlind Walter bestätigt: Der Landkreis unterstützte das Projekt durch Veröffentlichungen im Landkreisjournal, über das Gelände, aber vor allem durch die Einbeziehung im lokalen Aktionsplan. Der vermittelt über die Jugendeinrichtungen und -ämter Toleranz, Demokratie und Toleranz.

Friedlich und tolerant am See

Das Fest von „Deutscher Stimme“ und NPD soll in diesem Jahr nicht am Stausee stattfinden (SZ berichtete). Stattdessen ist die Veranstaltung in Mecklenburg angedacht. Trotzdem betont Thomas Zenker von der Hillerschen Villa in Zittau, die das Familienfest in Kollm mitorganisiert, dass es durchaus Potenzial für verschiedene Aktivitäten gebe. In Kollm solle deshalb auch Solidarität mit den Mecklenburgern gezeigt werden.

Ganz unpolitisch wird das Fest Bunter Schall als Widerhall. So wollen die Initiatoren für Aufklärung im Sinne der Demokratie werben. „Wir wollen eine friedliche, offene und tolerante Oberlausitz“, erklärt Zenker. Deshalb gebe es aus dem Kreis der beteiligten Vereine und Organisationen auch viele präventive Angebote, die sich speziell an Jugendliche richten – und über rechte Strukturen aufzuklären.

Der Landkreis Görlitz ist eine der zehn Kommunen in Sachsen, die vom Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit der Umsetzung eines Lokalen Aktionsplanes betraut worden sind. Gefördert werden damit Aktivitäten für Vielfalt, Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus.

Entschieden haben über die Unterstützung des Familienfestes in Kollm ein Ämternetzwerk, zivilgesellschaftliche Partner, verschiedene Träger und Kooperationspartner unter Leitung des Jugendamt des Landkreises.

 

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Dienstag, 3. Juli 2012
(Sächsische Zeitung)

Kein Nazifest am Stausee

Von Annett Preuß

Aufatmen in Quitzdorf: Die „Deutsche Stimme“ wechselt mit ihrer Großveranstaltung nach Mecklenburg-Vorpommern. Das Protestfest findet trotzdem statt.

Gespenstisch die Szenerie im Juli vor einem Jahr am Stausee Quitzdorf: Mit schwarzen Planen ist das Gelände abgesteckt, auf dem die Nationaldemokratische Partei Deutschlands mit ihren Anhängern feiert. Wer zum Wacheberg will, muss ein Polizeigroßaufgebot passieren und wird kontrolliert.

2012 ist alles anders. Nach jetzigem Erkenntnisstand bleibt der Region der Rechtenaufmarsch in diesem Sommer erspart. Das Nazifest wechselt nach zwei Jahren im Landkreis Görlitz den Standort. Das bestätigt auf Nachfrage der SZ der Geschäftsführer und Organisator des Pressefestes des NPD-Parteiorgans „Deutsche Stimme“, Eckart Bräuniger: „Das DS-Pressefest wurde von mir für den 11. August für eine private Wiese nahe der Gemeinde Viereck in Mecklenburg-Vorpommern angemeldet.“ Es sei kein Muss, an den Stausee zu gehen, so Bräuniger in seinem Antwortschreiben. Die Verlegung habe damit zu tun, Doppelbelegungen zu anderen Aktionen zu verhindern. Dadurch sei er in einen Zeitraum gerutscht, in dem am Stausee Quitzdorf keine Belegung möglich war. Grund dafür sind langfristige Buchungen.

Beobachter des freien rechten Spektrums und der NPD in Ostsachsen bleiben aufmerksam – auch in Niesky. Heidrun Hennersdorf vom Demokratie-Netzwerk beim Jugendring Oberlausitz sagt: „Es gibt Aktivitäten am See. Und es hat Hinweise gegeben, dass am Todestag des Hitler-Stellvertreters in der Region eine Veranstaltung stattfinden soll.“ Der starb am 17. August 1987. Ob dann tatsächlich etwas stattfindet, ist offen. Der Verfassungsschutz sagt nun: Bekannt sei noch nichts.

Heidrun Hennersdorf freut, dass das Mietobjekt der „Schlesischen Jungs“ in Niesky einer von vier Abrisskandidaten der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Niesky ist. „Wir hoffen, dass das klappt und rechten Kräften ein Rückzugsort entzogen wird“, sagt sie. Geschäftsführer Wilhelm Fischer kündigte an, im Fall eines Abrisses des Hauses Herbert-Balzer-Straße 14 der Kameradschaft kein neues Angebot unterbreiten zu wollen. Ob und wann der Vermieter handeln kann, hängt von Fördermitteln und einer neuen Unterkunft für einen älteren Mieter ab.

Ruhe herrscht seit April im Rothenburger Ortsteil Geheege. Von März 2009 bis April 2012 fanden in der dortigen Gaststätte „Zur Deutschen Eiche“ 35 rechtsextremistische Konzerte statt, darunter bundesweit bedeutsame wie im November 2011 mit 1300 Besuchern. Das Lokal ist zu. „Damit verliert die rechtsextremistische Szene in Sachsen eines ihrer wichtigsten Veranstaltungsobjekte“, so Falk Kämpf vom Verfassungsschutz. Danach habe der Betreiber – Steffen Hentschel – den Konzertbetrieb aufgegeben. Dass er nach eigenen Aussagen keine Konzerte mehr durchführen wolle, bestätigt Hentschel auf telefonische Nachfrage nicht. „Das habe ich so nie gesagt“, antwortet er. Auf weitere Nachfragen heißt es: „Kein Kommentar“.

Steffen Hentschel ist insolvent. Das Verfahren ist bereits am 6. Juli 2011 eröffnet worden. Insolvenzverwalter ist der Dresdner Rechtsanwalt Sandro Dittmann. Offen ist, ob und wie weit Verkaufsverhandlungen für das Lokal gediehen sind. Es sei ihm aufgrund der bestehenden Verschwiegenheitsverpflichtung untersagt, Auskünfte an Dritte zu erteilen, heißt es von Seiten des Rechtsanwaltes. Rothenburgs Bürgermeisterin Heike Böhm spricht von „einer Baustelle, wo viel Druck ausgeübt wurde.“ Für Beobachter haben den mehrere Faktoren erzeugt: Das Zerwürfnis mit der NPD und Hentschels Parteiaustritt Ende vergangenen Jahres haben seine finanzielle Situation verändert. Noch im Februar hatte Hentschel angekündigt, an den Konzerten festhalten zu wollen. Dafür hätte er wiederum bauliche Auflagen des Landkreises Görlitz erfüllen müssen. Werner Genau leitet das Dezernat im Landratsamt, das auch für Ordnung und Sicherheit zuständig ist. Er erklärt, dass ein Mix zur Schließung geführt habe: „Behördliche Maßnahmen von unserer Seite, der massive Kontrolldruck der Polizei, aber auch der Widerstand von Bürgern.“ Der Zulauf aus der hiesigen Bevölkerung habe nach seinen Erkenntnissen bei den Veranstaltungen gefehlt. Dadurch sehe er das politische Ziel der Rechtsextremen verfehlt, die Szene vor Ort zu stärken.

Für Thomas Zenker, den Koordinator des Lokalen Aktionsplanes im Kreis Görlitz und damit Ansprechpartner für Aktionen zur Stärkung von Toleranz und Zivilcourage, ist das kein Grund, sich zurückzulehnen: „Der Landkreis Görlitz bleibt ein Schwerpunkt. Das hat der Chef des sächsischen Verfassungsschutzes, Reinhard Boos, beim 1. Landespräventionstag in Chemnitz deutlich zum Ausdruck gebracht.“ Zenker verweist auf ein Lokal im Zittauer Raum, in dem der NPD-Landesparteitag unterkam. „In Zittau wurde nach der Auflösung des rechten Thiazi-Forums eine Wohnung durchsucht.“ „Deutsche Stimme“-Geschäftsführer Eckart Bräuniger gar hebt die Vorzüge des Objektes am Stausee Quitzdorf bei Niesky hervor.